Doku beleuchtet NS-'Euthanasie' in Schloss Hartheim
Eine filmische Aufarbeitung dunkler Geschichte
Der Dokumentarfilm „ Schloss Hartheim - Die NS-Mordanstalt“ von Filmemacher Thomas Hackl und Martina Hechenberger nimmt sich eines der dunkelsten Kapitel der NS-Zeit an: die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Rahmen der sogenannten "Aktion T4". Die Filmemacher setzen sich intensiv mit den historischen Hintergründen auseinander und beleuchten das perfide System hinter diesen Verbrechen.
Eindrückliche Zeitzeugenberichte
Ein zentraler Bestandteil des Films sind Berichte von Überlebenden und Angehörigen der Opfer und Täter. Ihre Erzählungen vermitteln die unmenschlichen Bedingungen und die Skrupellosigkeit, mit der die Tötungen durchgeführt wurden. Ergänzt werden diese Aussagen durch Experteninterviews, die die gesellschaftlichen und ideologischen Rahmenbedingungen analysieren.
Schloss Hartheim als Mordstätte
Die Dokumentation zeigt, wie das einstige Renaissance-Schloss in eine Tötungsanstalt umfunktioniert wurde. Unter dem Vorwand medizinischer Behandlungen wurden die Opfer in Gaskammern ermordet. Der Film legt schonungslos offen, wie effizient und bürokratisch die Morde organisiert wurden – von gefälschten Sterbeurkunden bis hin zur wirtschaftlichen Verwertung der Habseligkeiten der Getöteten.
Aufarbeitung und Erinnerungskultur
Neben der historischen Rekonstruktion setzt sich der Film auch mit der Frage auseinander, wie mit diesem Erbe umgegangen wird. Die Gedenkstätte Schloss Hartheim spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch Archivmaterial und aktuelle Aufnahmen wird gezeigt, wie sich die Erinnerungsarbeit über die Jahrzehnte entwickelt hat.
Ein Film gegen das Vergessen
Der Dokumentarfilm trägt dazu bei, die Taten des Nationalsozialismus im Bewusstsein zu halten. Er zeigt nicht nur die Geschichte des Ortes, sondern sensibilisiert auch für die Gefahren menschenverachtender Ideologien. Mit eindrucksvollen Bildern und fundierter Recherche vermittelt er einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildung.
Premiere und Verfügbarkeit auf ed:on
Der Film hat in Hartheim seine offizielle Premiere erlebt, nach der Erstausstrahlung auf ORF III wird der Film auch in der Onlinemediathek ed:on für oberösterreichische Pädagogen zur Verfügung stehen.